PGA Tour
Die Bärenfalle verkommt zum Teddybären
28. Februar 2025 , Daniel Dillenburg

In Runde eins der Cognizant Classic werden ungewohnt tiefe Runden im PGA National gespielt. Grund dafür ist ein neues Gras, das den Platz grüner, aber dafür auch deutlich weicher macht. Bei den Spielern kommt dies weniger gut an.
Wer die Ergebnisse aus Runde eins der Cognizant Classic sieht, dürfte sich verwundert die Augen reiben: Eine 59 auf dem Champion Course im PGA National? Insgesamt zehn Spieler bei sieben unter oder besser? Dabei steht im PGA National doch dieser Bär an Loch 15 und leitet die gefürchtete Bärenfalle ein. Der Par-71-Kurs in Palm Beach Gardens, Florida, zählte in der Vergangenheit zu den anspruchsvolleren Geläufen auf der PGA Tour. Doch zumindest für diese Ausgabe muss offensichtlich niemand mehr Angst vor der Bärenfalle haben. Vielmehr kann mit einem Teddybären gekuschelt und auf Birdie-Jagd gegangen werden.
„Ich vermisse das alte PGA National“, schrieb der US-Amerikaner Joel Dahmen nach seiner 68 (-3) in Runde eins auf X. Und damit ist der Full-Swing-Star nicht der Einzige, der sich kritisch gegenüber dem neuen Setup äußerte. „Der Kurs war nicht die alte Bärenfalle, die wir gewohnt sind“, erklärte auch Daniel Berger (-8). Der Grund für die niedrigen Ergebnisse ist ein Overseeding der Fairways sowie Grüns, das erstmals seit 2014 wieder auf dem Platz vorgenommen wurde. Dabei griff man auf das dunkelgrüne Rye-Gras zurück. Außerdem entfernte man einige Bunker.
„Die Übersaat verändert den Platz sehr, denn sie macht die Fairways weicher und damit breiter, und um die Grüns herum ist es wesentlich einfacher als das ruhende Bermuda“, beschrieb Jordan Spieth (-6) die neuen Bedingungen, nachdem er drei Birdies in der Bärenfalle notiert hatte. Doch warum entschieden sich die Verantwortlichen für ein aufwändiges, wasserintensives Overseeding? In erster Linie dient dies dem optischen Zweck. Das Bermuda-Gras verfärbt sich wegen der kühlen Nächte über die Wintermonate hellbraun und sieht damit nicht mehr so tiefgrün aus wie man sich das vielleicht im Optimalfall vorstellt.
„Ich wünschte wirklich, wir würden diesen Platz einfach als reinen Bermuda spielen“, gab Billy Horschel (-5) zu Protokoll. „Vom Abschlag bis zum Grün sollte alles ein reiner Bermuda sein. Ich weiß, dass es im Fernsehen nicht schöner aussieht, und ich weiß, dass das einer der Gründe ist, warum er übersät wurde.“ Für Horschel sei es „ein wenig enttäuschend“, den Platz so vorzufinden. Auch weil er auf Bermuda-Gras großgeworden ist und sich daher auf den Plätzen in Florida eigentlich einen Heimvorteil erhofft hatte. Nun aber spielt sich der Platz wie so viele andere Plätze auf der Tour. Aus dem anspruchsvollen PGA National wurde eine Birdie-Wiese.

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