Olympia
Fünf Schläge zur Medaille
9. August 2024 , Redaktion Golf.de
Esther Henseleit erwischt in Runde drei des olympischen Golf-Turniers in Paris ein starkes Finish und darf mit gesamt -2 zumindest noch von einer Medaille träumen. Vom Podium trennen sie fünf Schläge.
Freitag, 12.15 Uhr, leicht bewölkt, ein wechselnder Wind weht über Le Golf National. An Abschlag eins ertönt zum ersten Mal die Marseillaise. „Allons enfants de la patrie...“. Die Fans tauchen die Teebox in Blau, Weiß und Rot, feuern ihre Landsfrau frenetisch an. Celine Boutier bringt ihren Ball aufs Fairway. Es ist laut, die Menge tobt. Die große Medaillenhoffnung der Franzosen wird eine 71 spielen am Moving Day des olympischen Damenturniers – mit drei Birdies auf den letzten drei Bahnen. Das nennt man wohl ein Grande Final.
Ein solches wünscht sich für den abschließenden Samstag auch Esther Henseleit. Die Spielerin aus dem Elite Team Germany startet zwar mit einem Bogey in Durchgang drei, bleibt aber stabil, ruhig – und in Position. Vor allem auf ihren Back Nine glänzt die Hamburgerin mit vier Birdies und keinem einzigen Schlagverlust. Am Ende unterschreibt sie eine 69 (-3), die ihr im Gesamtklassement bei -2 T13 beschert. Der Bronzeplatz ist fünf Schläge weg. Wie man das aufholen kann, hat Scottie Scheffler bei den Herren bewiesen, als er mit einer bärenstarken Schlussrunde doch noch zu Gold galoppierte.
Runde 3 Damen
„Am Anfang habe ich nicht wirklich viele Fairways getroffen und dann wird es richtig schwer auf diesem Platz. Aber ich habe es gut zusammengehalten, am Ende ein paar Birdies gemacht. Ich bin auf jeden Fall zufrieden“, so Henseleit, die sich zwar auch schwer mit dem drehenden Wind tat, aber vielleicht auch von den etwas leichteren Fahnenpositionen profitierte. Der Plan für die Finalrunde? „Möglichst aggressiv spielen und Birdies machen“. Wie realistisch schätzt der Bundestrainer ihre Chancen auf Edelmetall ein? „Wir sind sehr froh, dass wir eine Spielerin haben, die am Finaltag noch im Rennen ist. Es sind zwar mehrere starke Teilnehmerinnen vor Esther, aber sie kann angreifen und dann schauen, was mit einem tiefen Score für sie drin ist“, so Stephan Morales.
Die Führung teilen sich nach 54 Löchern die Schweizerin Morgane Metraux und Lydia Ko (jeweis -9). Die Australierin ist eine Olympia-Expertin. In Rio hatte sie Silber geholt (2016), in Tokio wurde es Bronze (2021). Was da noch fehlt? Klar. Gold. „Das wäre wirklich cool, wenn wir mir das gelingen würde. Vermutlich ist es meine letzte Chance“, so Ko, die wohl davon ausgeht, 2028 in Los Angeles nicht mehr dabei zu sein. Sollte sie ihren Medaillensatz in Paris komplett machen, wäre das gleichbedeutend mit dem Einzug in die Hall of Fame. Damit würde sie sich unsterblich machen.
Große Ziele. Allerdings kann auf dem Platz in Paris vieles passieren und die Konkurrenz ist prominent: Rose Zhang (-7), Atthaya Thitikul (-6) sowie Nelly Korda, Celine Boutier (jeweils -4) und die Tagesbeste Hannah Green (-3) aus Australien werden am Samstag alles versuchen, um aufs Podium zu kommen. Alex Försterling (+6), zweite Deutsche im Feld, geht von T40 aus ins Finale. Esther Henseleit darf sich dagegen zumindest Außenseiterchancen auf Edelmetall ausrechnen. Und dann sind alle gespannt, welche Hymne am Samstagabend auf Le Golf National erklingt. Die Marseillaise haben sie ja schon gesungen.
Leaderboard und Tee Times für Samstag > > >
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