PGA Tour
Slow Play: Morikawa fordert Strafen statt Technikverbot
13. Februar 2025 , Felix Grewe

Um Rundenzeiten zu beschleunigen, setzt sich Collin Morikawa für Geldstrafen ein, wenn Spieler zu langsam unterwegs sind. Einem Vorschlag seines Kollegen Lucas Glover widerspricht der Major-Champion.
Es gibt eine Empfehlung des Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews, kurz R&A, die lautet: Eine Golfrunde zu viert sollte in maximal 3:50 Stunden Spielzeit absolviert werden. Blickt man auf die heutigen Rundenzeiten auf den Touren, erscheint einem diese Einschätzung nahezu illusorisch. Spielten die Stars von früher, die Hogans, Palmers und Nicklaus‘ dieser Welt tatsächlich in der Regel unter vier Stunden, sind Rundenzeiten von fünf und manchmal sechs Stunden heutzutage keine Seltenheit mehr. Die Gründe sind naheliegend: mehr Technik, mehr Möglichkeiten für Analysen, mehr Equipment im Bag.
Rundenzeiten jenseits von fünf Stunden
Entstanden ist ein Problem, das mittlerweile für viele Spieler selbst, aber vor allem für Fans und Medien unerträglich ist – ein teilweise stark verlangsamtes Spiel. Die Finalrunden bei der American Express und Farmers Insurance Open überschritten zuletzt beide die Fünf- Stunden-Marke. Klar ist: „Slow Play“ hat sich zu einem Dauerthema im Profigolf entwickelt. Es gibt Handlungsbedarf – und unterschiedliche Meinungen darüber, wie sich das Problem in den Griff bekommen ließe.
Vorschläge von McIlroy und Glover
Rory McIlroy räumte kürzlich zwar ein, dass seine Vorschläge nicht allen gefallen werden, aber die Nummer drei der Welt glaubt, dass eine Reduzierung der Spieler in den Teilnehmerfeldern auf der Tour das Tempo auf den Runden beschleunigen würde. Lucas Glover kritisierte im PGA Tour Radio die AimPoint-Grünlesetechnik als Zeitfresser, eine Methode, mit der sich durch technologische Hilfe die Breaks auf den Grüns exakt bestimmen lassen. Collin Morikawa nutzt und schätzt diese Technologie – es überrascht also nicht, dass seine Lösungsvorschläge anders klingen.
Wie Morikawa das Problem lösen will
Der zweifache Major-Champion äußerte sich kürzlich, am Rande seiner Vorbereitung auf das Genesis Invitational, zu jenem Thema, über das aktuell gefühlt mehr diskutiert wird als über sportliche Ergebnisse. Der Amerikaner plädiert für härtere Strafen bei Zeitverstößen und ein ähnliches Vorgehen, wie es die LPGA Tour vor kurzem angekündigt hat. „Es ist ein Problem auf der Tour, über das man nicht hinwegsehen sollte. Es muss gelöst werden“, sagt der Amerikaner. „Sie müssen anfangen, Leute zu bestrafen. Wenn ich einen Klaps auf die Hand bekäme und zu einer Geldstrafe verurteilt würde, dann würde ich das auf keinen Fall noch einmal erleben wollen.“
Kritik an Glovers Vorstoß
Glovers Vorstoß, das Spiel durch ein Verbot von AimPoint zu beschleunigen, hält Morikawa für den falschen Ansatz – weil man den Profis eine technische Hilfe wegnehmen würde. „AimPoint braucht länger, wenn man es nicht richtig beherrscht“, sagt Morikawa. „Verlangsamt es das Spiel? Ich glaube, es gibt einige Spieler, die es an den falschen Stellen einsetzen. Und manchmal, das gebe ich zu, dauert es ein paar Sekunden länger. Aber ich weiß das. Ich denke, die Spieler müssen sich bewusst sein, ob sie langsam sind oder nicht.“ Für ihn ist klar: Der einfachste Weg für eine Beschleunigung der Rundenzeiten besteht in empfindlichen Strafen für langsames Spiel.

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