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Charley Hull: „Kein Interesse an Golftraining“


15. Februar 2025 , Daniel Dillenburg


Trainingsmuffel, aber dennoch Weltklasse: Charley Hull.
Trainingsmuffel, aber dennoch Weltklasse: Charley Hull. | © Mark Runnacles/LET

Englands Solheim-Cup-Star Charley Hull verrät bei einer Pressekonferenz in Riad, dass sie keine Lust auf Golftraining hat und stattdessen ihre Laufleistung verbessern möchte. Sie sei mittlerweile mehr Athletin als Golferin.

Die Engländerin Charley Hull ist noch keine 30 Jahre alt, aber schon jetzt eine Solheim-Cup-Legende. Seit ihrem Debüt 2013 – bis heute jüngste Spielerin bei dem Kontinentalvergleich jemals – verpasste sie keine Ausgabe. Im November vergangenen Jahres feierte sie in Riad, Saudi-Arabien, ihren insgesamt siebten Profi-Titel. In dieser Woche war sie erneut in der saudi-arabischen Hauptstadt zugegen und spielte das Saudi Ladies International auf der Ladies European Tour. Im Vorfeld des mit fünf Millionen US-Dollar dotierten Turniers sprach sie über ihre Zukunft im Golfsport.

Schon länger zeichnet sich bei der 28-Jährigen aus Northamptonshire ein Rücktritt „light“ aus dem Profigolfgeschäft an. Hull steht seit mehr als zehn Jahren im Rampenlicht und hat immer wieder mit den Folgen der erhöhten öffentlichen Aufmerksamkeit zu kämpfen. Ähnlich wie die US-Amerikanerin Lexi Thompson (30), die ebenfalls bereits in Teenagerjahren ein Star in der Szene war und zum Ende der vergangenen Saison ihren Rückzug von der Tour bekanntgab. Sie wird von nun an nur noch Teilzeit auf der LPGA Tour spielen. So weit will Hull noch nicht gehen, doch auch ihr Hauptaugenmerk liegt längst nicht mehr nur auf ihrer Golfkarriere.


Auf einer Pressekonferenz beim Saudi Ladies International gab sie unter anderem zu Protokoll, dass ihr Golftraining schon länger keinen Spaß mehr macht: „Ich trainiere nicht im Golfsport. Ich habe null Interesse daran, Golf zu trainieren.“ Ein interessanter Ansatz für einen Golfprofi. Doch Hull ist kein gewöhnlicher Profi. Dies macht sie bei vielen Fans auch so beliebt. Ein Charakter mit Ecken und Kanten. Erst im vergangenen Jahr ging sie viral, als sie mitten auf einer Major-Runde mit Zigarette im Mund Autogramme gab.

Aber wenn sie kein Golf trainiert, was macht sie dann zwischen den Turnieren? „Mein Hauptziel liegt eigentlich nicht auf dem Golfplatz. Ich möchte versuchen, meine 5 km-Laufzeit bis Ende des Jahres auf 20 Minuten zu senken. Im Moment liegt sie bei 26 Minuten.“ Ein ambitioniertes Ziel, welches sie da verfolgt. Doch Hull sieht sich nicht mehr nur als Golferin. „Ich möchte eine Athletin sein. Ich trainiere, weil es gut für meine geistige Gesundheit ist und weil es mir gut tut. Ich genieße es einfach als Hobby.“

Dass dieser Ansatz ihrer Leistungsfähigkeit auf dem Golfplatz nicht zu schaden scheint, ließ sich beim Saudi Ladies International erkennen. Dieses beendete sie nach Runden von 69, 70 und 68 Schlägen auf dem geteilten achten Platz.