PGA vs. LIV

Woods & Scott über Gewinner und Verlierer eines möglichen Deals


20. Februar 2025 , Felix Grewe


Als LIV Golf noch keine Rolle spielte: Tiger Woods und Adam Scott im Jahr 2020.
Als LIV Golf noch keine Rolle spielte: Tiger Woods und Adam Scott im Jahr 2020. | © golfsupport.nl/Brian Rothmuller/ism

PGA Tour und LIV Golf verhandeln über eine gemeinsame Zukunft. Nicht alle dürften begeistert sein, wenn die Organisationen kooperieren. Wer die Leidtragenden wären und warum eine Einigung jetzt ganz schnell gehen könnte.

Es wird viel diskutiert in der internationalen Golfszene – über das Für und Wider einer Zusammenarbeit der PGA Tour und LIV Golf, über die stockenden Verhandlungen und zuletzt über die Hoffnung, dass US-Präsident Donald Trump die Weichen für einen gemeinsamen Weg stellen könnte. Am lautesten erscheinen derzeit die Stimmen jener, die eine Kooperation beider Touren befürworten. Es sei „das Beste für alle“, sagte Rory McIlroy kürzlich. Und Adam Scott, Mitglied im Vorstand der Tour, bezeichnet das mögliche Szenario, dass LIV-Spieler wieder an PGA-Events teilnehmen dürfen, als „einen Weg nach vorn“. 

Verlierer eines möglichen Deals

Allerdings: Scott sieht auch moralische Schwierigkeiten, die bei einer Einigung beider Organisationen auftreten könnten: Viele Spieler haben in den vergangenen Jahren verlockende Angebote von LIV Golf abgelehnt, um sich eine langfristige Zukunft auf der PGA Tour zu sichern – und einen Ausschluss von Major-Turnieren und anderen prestigeträchtigen Events zu vermeiden. Sie halten der PGA Tour bis heute die Treue und könnten am Ende die Verlierer eines Deals werden, bei dem dann jene Profis, die sich für die von Saudi-Arabien unterstützte neue Liga entschieden, das Beste aus beiden Welten bekämen – horrende Summen von LIV Golf und die Startberechtigungen auf der PGA Tour. 

Scott versteht Bedenken

Während McIlroy sicher ist, dass jeder, der über die Wiedervereinigung verärgert wäre, „darüber hinwegkommen“ würde, schlägt Scott, Vorsitzender des Player Advisory Council der PGA Tour, vorsichtigere Töne an. „Ich wäre nicht überrascht – oder ich würde niemanden verurteilen – wenn die Einigung stattfände und sie nicht glücklich darüber wären, wie es passiert ist“, sagt Scott in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP. Und weiter: „Es gibt keine einfachen Antworten auf all diese Fragen. Jeder hat das Recht, etwas über das zu empfinden, was passiert ist.“

Gleichzeitig verteidigt Scott die Verhandlungen und einen möglichen Deal. Die Aufgabe, vor der die Verantwortlichen stehen, sei schwierig und sie hätten „nicht die Kontrolle über die gesamte Situation“. Was übersetzt bedeutet: Am Ende hat auch die PGA Tour ein großes Interesse daran, dass die besten Profis der Welt bei allen bedeutenden Events abschlagen – denn sonst würde der Golfsport langfristig an Wert verlieren. 

„Ich weiß, dass wir es nicht allen recht machen können, aber jeder sollte wissen, dass ich hinter den Spielerdirektoren stehe. Sie versuchen, das Beste für alle Mitglieder zu tun“, sagt Scott. „Sie standen in den letzten zwei Jahren vor schwierigen Entscheidungen mit großen Konsequenzen – für alles, worüber wir abstimmen.“

Woods' Ausblick: Eine schnelle Einigung ist möglich

Auch Tiger Woods äußerte sich im Rahmen einer TV-Übertragung des Senders CBS zu den Verhandlungen, der Unterstützung von US-Präsident Donald Trump und einer möglichen Einigung von PGA Tour und LIV Golf. 

„Ich denke, dass wir uns im Moment in einer sehr positiven Situation befinden. Wir hatten ein Treffen mit dem Präsidenten. Leider kamen andere Umstände dazwischen (der Tod seiner Mutter, Anm. d. Red.), aber Jay (Monahan, PGA-Boss, Anm.) und Adam (Scott) haben sich während des Treffens großartig geschlagen und wir haben ein weiteres Treffen geplant.“

Woods weiter: „Ich glaube, dass die Dinge schnell heilen werden. Wir werden dieses Spiel in die richtige Richtung lenken. Es geht seit Jahren in die falsche Richtung und die Fans wollen, dass wir alle zusammen spielen, dass alle Topspieler zusammen spielen, und das werden wir schaffen.“ Auf die Frage, ob eine Einigung bereits in diesem Jahr oder sogar sehr bald in diesem Jahr bevorstehen könnte, gab Woods eine klare Antwort: „Ja und ja.“ Kontroverse Diskussionen darüber dürfte es weiterhin geben ...