Nur noch Außenseiterchancen
Inverness, Schottland: Martin Kaymer verliert trotz einer 69 in Runde drei der Scottish Open zehn Plätze, Marcel Siem kann sich nur leicht verbessern. In Führung liegt Francesco Molinari, einen Schlag vor Anders Hansen.
Martin Kaymer stand im hohen Rough und zückte dennoch ein Holz. Trotz des leicht gepushten Abschlags auf der letzten Bahn des Links-Platzes von Castle Stuart wollte der Deutsche angreifen. Das Grün des abschließenden Par 5 war noch über 200 Meter entfernt, aber die gute Lage im hohen Gras ermöglichte eine offensive Spielweise. Und Kaymer blickte zufrieden, als der Ball das Schlägerblatt verlassen hatte. Er sprang vom Fairway auf das Grün und rollte noch ein kleines Stück. Es wartete eine gute Chance auf ein Zweiputt-Birdie.
Das Ergebnis war schließlich irgendwie symptomatisch für die gesamte Runde. Mit den Puttversuchen 32, 33 und 34 verließ Kaymer das Grün nur mit dem Par. Während Phil Mickelson, einige Flights vor Kaymer in die dritte Runde gestartet, auf allen Par 5s zum Birdie lochte, machte der Deutsche keine Schläge gut. Am Ende stand dennoch eine respektable 69 auf der Scorekarte. Bogeys Fehlanzeige. Doch auf dem Platz im Norden Schottlands wehte auch am Samstag kein Wind, die Bedingungen waren bis auf einen kurzen Regenschauer optimal für tiefe Resultate, und da reichte die 69 von Martin Kaymer nicht, um ganz oben dabei zu bleiben. Er verlor am Samstag insgesamt zehn Positionen und geht von Rang 16 in das Finale von Castle Stuart.
Scottish Open 2012 - Runde vier
Molinari führt, Noren patzt
Francesco Molinari ist ein ruhiger und gelassener Spieler. Am Freitag, in der zweiten Runde, strauchelte der sonst so konstante Italiener gegen Ende seiner ersten Neun und musste ein ärgerliches Triple-Bogey verdauen. Doch die 7 auf der siebten Spielbahn war bis dato Molinaris letzter Patzer. Souverän lochte der Ryder-Cup-Spieler am Samstag vier Birdies auf den ersten Neun, und legte im weiteren Verlauf noch einen Schlaggewinn nach. Damit setzt sich Molinari bei 17 unter Par auf die alleinige Spitzenposition.
Alex Noren wirkt dagegen auf dem Golfplatz bisweilen ein wenig hektisch - ganz im Gegenteil zum besonnenen Flightpartner Molinari. In den ersten beiden Runden zeigte der zweifache Sieger aus der letzten Saison eindrucksvolles Golf und notierte zweimal nur 66 Schläge. Und auch am dritten Tag hielt er im Schlussflight mit Molinari gut mit - bis zur zwölften Bahn. Dann wirkte Noren nicht nur nervös, er schwang auch so. Schon am Freitag kassierte er auf dem Par 5 ein Doppelbogey, einen Tag später erging es ihm noch schlimmer. Sein geblockter Drive war unauffindbar. Und auch der Transportschlag nach dem zweiten Abschlag flog vom Fairway in ein Wasserhinderniss. Am Ende hatte nun auch Noren ein Triple-Bogey kassiert und war dementprechend bedient. Durch die 70 fällt er zurück auf den fünften Platz, drei Schläge fehlen auf die Führung.
Mickelson vorne dabei, Hansen mit Déjà-vu
Die gleiche Ausgangsposition erarbeitete sich neben Martin Laird und Peter Whiteford auch Phil Mickelson. Erst kurzfristig hatte sich der Amerikaner für die Teilnahme in Castle Stuart entschieden, dafür sogar den Familienurlaub vorzeitig beendet. Und nach der enttäuschenden 73 zu Beginn, wäre er wohl am liebsten zurück zur Familie ins warme Rom gereist. Aber das Bleiben hat sich schließlich ausgezahlt. Nach der 65 vom Samstag geht es für den Starspieler um den Sieg der Scottish Open.
Anders Hansen hatte schon in der Vorwoche um den Titel mitgespielt, konnte aber im Finale der Open de France nicht mehr die Leistung der Vortage abrufen. Jetzt hat sich der Däne erneut einen Platz im Schlussflight gesichert. Nach einer 65 geht Hansen am Sonntag, nur einen Schlag zurück, mit Molinari auf die Runde.
Geteilte Dritte sind Søren Kjeldsen und Lokalmatador Marc Warren, zwei Schläge hinter Molinari.
Siem wie Kaymer
Marcel Siem hatte sich für die beiden Finalrunden viel vorgenommen. "Am Samstag werde ich etwas mehr riskieren", lautete die Ansage. Und Siem hielt sich daran. Lediglich ein Par stand nach neun Löchern auf der Scorekarte, komplettiert von fünf Birdies, zwei Bogeys und einem Doppelbogey.
In der zweiten Halbrunde unterliefen dem Deutschen bei zwei Schlaggewinnen dann keine Patzer mehr. Unter dem Strich stand die zweite 69 in Folge. Sie bringt Siem vom geteilten 57. auf den geteilten 53. Rang. Am Ergebnis hat auch die offensive Spielweise nichts verändert.
tfi
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