Der Texas-Glückspilz
Glück gehört immer dazu, wenn man ein Turnier auf der PGA Tour gewinnt, das kann Ihnen jeder Profi bestätigen. Gerade Zach Johnson weiß seit dem vergangenen Sonntag ein Lied davon zu singen. Wir werfen einen Blick in die Tasche des Titleist-Spielers.
"Wenn ich an diesen Tag zurückdenke, fällt mir eigentlich nur ein Wort ein", sagte Zach Johnson nach seinem Sieg beim Crowne Plaza Invitational. Für den gläubigen Amerikaner steht dabei aber nicht "gesegnet" an erster Stelle, findet sich aber in den Top 3. Und auch Demut gehört zu den Tugenden, die ihn der Sonntag gelehrt hat. "Ganz oben steht aber mit Sicherheit 'glücklich'. Glücklich über den Umstand, dass man mir von meinem Fehler berichtet hat, bevor ich die Scorekarte unterschrieben habe." Zudem darüber, dass er trotz der zwei Strafschläge auf dem 18. Grün den Titel dennoch entgegen nehmen konnte.
Habe ich gewonnen?
"Ich habe einen guten Bunkerschlag gemacht und meine Markierung lag genau auf der Linie von Jason [Dufner]", beschrieb Johnson die Situation auf dem 72. Loch. "Also habe ich sie versetzt." Während Dufner zu Ende puttete, war Johnsons Caddie noch damit beschäftigt, den Bunker zu ebnen. "Deshalb konnte er meinen Fehler nicht sehen. Ansonsten hätte er sicherlich etwa gesagt, da bin ich mir sicher." Noch während der Spieler feierte wurde sein Caddie über die Strafschläge informiert und musste die schlechte Nachricht überbringen. "Ich war geschockt und musste noch einmal nachrechnen. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis mir klar wurde, dass ich trotzdem den Titel gewonnen hatte", beschrieb Johnson die ersten Schocksekunden. "Egal, ob Par oder Doppelbogey. Es war ein guter Putt und das ist das, was mir im Gedächtnis bleiben wird."
Überragend auf den Grüns
Auch wenn Zach Johnson die übliche Präzision vom Abschlag und bei den Schlägen ins Grün vermissen ließ, so reichten acht getroffene Spielbahnen (Rang 26) und elf Grüns in regulation (Rang 37) pro Runde, um sich die nötigen Birdiemöglichkeiten zu erspielen. Denn auch wenn er im langen Spiel im Vergleich mit der Konkurrenz nur mittelmäßig abschnitt, so überzeugte der ehemalige Masters-Champion doch gerade auf den Grüns mit vielen gelochten Putts. Nur knapp 26 benötigte er davon pro Runde (Erster) und machte mit diesem Teil des Spiels zwei Schläge auf seine Konkurrenz gut (Dritter in der Strokes Gained Putting Statistik).
In the Bag 2012 - Die Taschen der Sieger - Teil 1
Bei Zach Johnson fiel in der Finalrunde auf, dass er zu Beginn der Runde offenbar seine Pre-Shot-Routine umstellte. Er wiederholte vor jedem Schlag sehr bewusst seinen Rück- und Durchschwung, etwas, das man von dem Amerikaner sonst nicht gewohnt ist. "Das ist unüblich für mich, richtig. Eigentlich bin ich ein sehr gefühlsbetonter Spieler und mache das nur, wenn ich extreme Fehlschläge mache", bestätigte Johnson die Beobachtung. "Ab der Drei habe ich angefangen, die Bälle nach rechts zu schlagen. Sie starteten wie üblich, drehten aber weiter nach rechts ab." Für jemanden, der normalerweise ein "natürlicher Drawer" ist, eine beunruhigende Entwicklung. "Ein Glück weiß ich, worauf ich dann achten muss und konnte den Fehler beheben."
Ein Blick in die Tasche von Zach Johnson zeigt, dass er sich in den vergangenen Jahren an seine Schläger gewöhnt hat und nicht gewillt ist, die erfolgsbringende Kombination zu ändern. Johnson gehört zu den wenigen Titleist-Spielern, die mit den deutlich fehlerverzeihenden Cavity-Back-Eisen über die Runde geht, anstelle der schwer zu spielenden, aber besser zu kontrollierenden Blades. Ebenfalls auffallend: Auch wenn er von Titeleist gesponsert wird, so greift er bei den Puttern nicht auf die beliebten "Scottys" zurück, sondern verwendet die weniger bekannte Marke SeeMore. Diese haben einen roten Punkt auf dem Schlägerkopf, der bei der korrekten Ausrichtung des Schaftes nicht zu sehen ist. Dies soll helfen, besser zu putten. Bei Johnson schien diese Hilfe in Texas gut zu wirken.
- Driver: Titleist "910D2" (9,5 Grad; Schaft: Mitsubishi "Diamana Blue Board 73X")
- Fairwayhölzer: Titleist "910F" Holz 3 (15 Grad; Schaft: Motore "Speeder VC 7.0") und "909F2" Holz 5 (18,5 Grad; Schaft: ZCom "Pro95")
- Hybrid: Titleist "909H" (21 Grad; Schaft: Motore "Speeder 904HB")
- Eisen (4): Titleist "712 AP1" (Schäfte: True Temper "Dynamic Gold")
- Eisen (5-9): Titleist "712 AP2" (Schäfte: True Temper "Dynamic Gold")
- Wedges: Titleist "Vokey Design SM4" (47, 54 und 60 Grad; Schäfte: True Temper "Dynamic Gold")
- Putter: SeeMore "FGP"
- Ball: Titleist "Pro V1x"
adk
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