Bewässerung von Golfanlagen
Golfplätze müssen in der heutigen Zeit sowohl funktions- als auch umweltgerecht gebaut und gepflegt werden. Dies gilt in vegetations- als auch in beregnungstechnischer Hinsicht. Eine sorgfältig geplante und professionell installierte Beregnungsanlage kann ihre Aufgaben ohne eine ausreichende Wasserverfügbarkeit nicht erfüllen.
Defizite in der Auslegung, Steuerung, Funktionstüchtigkeit oder in der Auswahl einer geeigneten Wasserressource kommen naturgemäß am stärksten, in Gebieten mit geringen Niederschlägen zum Tragen. Es muss beachtet werden, dass allem Anschein nach der Klimawandel auch verstärkt extreme Witterungen mit sich bringt. Dazu können lange Trockenperioden gehören, die die Bewässerungstechnik an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit bringt.
Der Schutz der Umwelt ist bei einer Natursportart wie Golf für eine nachhaltige Ausübung vorrangig. Zu dieser Verpflichtung steht der DGV und hat deshalb schon 1990 die Experten – Arbeitsgruppe „Golf + Naturschutz“ ins Leben gerufen. Seither wurden mehrere Projekte im Bereich Umwelt- und Naturschutz auf den Weg gebracht und 2005 das erfolgreiche Qualitätsmanagement „Golf und Natur“ gestartet, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Belange des Golfsports und des Naturschutzes miteinander zu verbinden. In der konsequenten Weiterführung seiner Verpflichtung hat der DGV auf dem Verbandstag 2010 seine Satzung dahingehend ergänzt, dass der Verbandszweck „unter Berücksichtigung der Belange des Natur- und Umweltschutzes" verfolgt wird.
Bereits seit vielen Jahren wird bei „Golf und Natur“ vonseiten des DGV und seiner Programmpartner großen Wert auf ein verträgliches Miteinander von Golfsport und Umwelt gelegt. Dieses Miteinander ist nahe liegend, denn das Erleben und Genießen einer intakten Natur ist nur bei Übernahme von Verantwortung nachhaltig möglich.
Neben den vorgenannten Aspekten kommt der wirtschaftlichen Seite beim Betrieb einer Golfanlage eine steigende Bedeutung zu. In einem Umfeld mit zunehmendem Wettbewerb ist eine hohe Pflegequalität nicht nur eine Frage der Ästhetik und Spielfreude, sondern auch ein entscheidender Faktor für den betriebswirtschaftlichen Erfolg einer Golfanlage. Da eine gepflegte Golfanlage ohne den Einsatz einer Beregnungsanlage nicht mehr denkbar ist, stellt sich schnell die Frage nach der Höhe des Wasserbedarfs und der Verteilung auf den einzelnen Funktionsflächen. Wasser ist für viele Golfanlagen eine teure Angelegenheit, Wassereinsparung daher ein Muss. Folglich besteht die Aufgabe einer sachgerechten Pflege darin, einen Ausgleich zwischen sportfunktionalen Anforderungen, ökologischen Auswirkungen und betriebswirtschaftlichen Effekten herbeizuführen.
Sich ändernde Parameter bedeuten einen laufenden Optimierungsprozess. Die Mitglieder des „DGV-Arbeitskreises Golfplatzbewässerung“ haben sich die Aufgabe gestellt, aktuelle Informationen aus Wissenschaft und Praxis zusammenzutragen und so aufzuarbeiten, dass mit diesem Know-How die Bewässerung von Golfanlagen intelligent optimiert und Wasser zur Beregnung somit effizient eingesetzt wird.
Andreas Klapproth
-Leiter DGV-Arbeitskreis Wasser-
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