Gipfeltreffen am Kreuzberger Ring
04.03.2010 - Der amtierende Präsident des Deutschen Golf Verbandes, Dr. Wolfgang Scheuer, wird sich nach Ablauf seiner fünften Amtszeit im April aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Als Nachfolger hat das Präsidium des DGV Vize-Präsident Hans Joachim Nothelfer vorgeschlagen. Kürzlich empfingen die beiden in der Schaltzentrale des Deutschen Golf Verbandes am Kreuzberger Ring in Wiesbaden GOLFmagazin-Chefredakteur Dieter Genske und Redakteurin Dagmar Kaske zum Gespräch.
In entspannter Runde ging es um den Ryder Cup und Olympia, Langer und Kaymer, aber auch um Natur- und Jugendprojekte. Und der amtierende Präsident verriet seinen großen Wunsch für die Zukunft.
Ryder Cup in Deutschland
GOLFmagazin: Sind Sie mit der Ryder Cup-Entscheidung für Wittelsbach und dem Bewerbungsablauf zufrieden?
Hans Joachim Nothelfer: Natürlich habe ich mir ständig die Frage gestellt, was das Richtige ist. Aber die einstimmige Entscheidung in dem zehnköpfigen Gremium zeigt doch, dass wir alle überzeugt sind, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.
Es gab ja sicherlich Sympathisanten für den einen oder anderen Club und auch Enttäuschung bei den Clubs, die ausgeschieden sind. Wie wollen Sie nach außen transportieren, dass ganz Deutschland mit Wittelsbach mitzieht?
Nothelfer: Es geht um eine Sportveranstaltung, die dürfte zumindest für sehr lange Zeit einzigartig für Deutschland sein. Und wir glauben, dass wir deshalb auch die Begeisterung in ganz Deutschland aufrechterhalten können. Denken Sie an die „Bekennerkampagne“. Es nehmen 18.000 Einzelgolfer im Moment daran teil. Aber was für uns noch viel wichtiger ist, ist die Unterstützung durch die Clubs. Wir haben inzwischen über 520 Bekennerclubs.
Sehen Sie einen Vorteil darin, dass Sie Einfluss auf die Gestaltung für ein Leistungszentrum nehmen können, wenn die Ryder Cup-Anlage in Wittelsbach neu gebaut wird?
Dr. Wolfgang Scheuer: Das hat nur eine kleine Rolle gespielt. Für uns ging es nicht darum, den besten Golfplatz in Deutschland zu finden, sondern den, der am meisten Chancen für die Vergabe hat. Ich habe sehr emotionale Beziehungen zu Bad Saarow. Bad Saarow ist für mich das schönste Resort in Deutschland. Darum nochmals: Es ging nicht darum, einen Platz zu finden, der uns gefällt, sondern den, der die Anforderungen, die die Engländer stellen, am besten erfüllt. Nothelfer: Es ging nicht um persönliche Vorlieben. Es ging nur um eine Frage, die die Entscheidung beeinflusst hat: Wie bringen wir die Ryder Cup Europe dazu, Deutschland den Zuschlag zu erteilen?
Ist es ein Vor- oder Nachteil, dass Deutschland sich mit einer Anlage bewirbt, die bisher nur auf dem Papier existiert?
Nothelfer: Der Einfluss der European Golf Design auf die Tour oder auch umgekehrt, und die Tatsache, dass man mit einem Projekt diese Leute mit einbeziehen kann, könnte ein Vorteil sein. Wir gehen jedenfalls, auch wenn es ein sehr schwerer Weg wird, selbstbewusst in die Bewerbung. Folgende Punkte tragen dazu bei:
• Unser Flagschiff ist Bernhard Langer. Sein Einfluss und seine Beliebtheit bei den Spielern sind nach wie vor ungebrochen.
• Deutschland als „Sleeping Giant“, der schlafende Gigant: Auch von der Tour wurde schon geäußert, dass das größte Golfpotenzial in Deutschland liegt.
• „Emotions made in Germany“ – über diesen Slogan haben anfangs alle gelacht. Aber seit dem Fußball-Sommermärchen 2006 wissen alle, dass das in Deutschland funktionieren kann.
• Wir haben die zugesagte Unterstützung durch die Politik. Aber wir haben in den anderen Bewerbernationen auch unglaublich starke Konkurrenz
Dr. Scheuer: Ich sehe das noch simpler. Hintergrund für die Vergabe sind knallharte wirtschaftliche Gesichtspunkte. Da bin ich der Meinung, dass Deutschland der Markt ist, der für die Zukunft am meisten hergeben wird. Und das könnte der entscheidende Vorteil im Vergleich zu unseren Mitbewerbern sein.
Turnierstandort Deutschland
Wie bewerten Sie die Aussichten des Turnierstandorts Deutschland, nachdem der Lärchenhof mit der Mercedes-Benz Championship weggebrochen ist. Besteht die Hoffnung auf ein Comeback der German Open?
Dr. Scheuer: Wir müssen uns über Folgendes im Klaren sein: Wenn man ein solches Turnier in Deutschland durchführen möchte, benötigt man ein Budget von vier bis sieben Millionen Euro. Normalerweise sagt man: Preisgeld mal 2,5 ist das Budget, das man haben muss – Tendenz steigend. Und wenn man von der BMW International Open von zwei Millionen Preisgeld ausgeht, dann können wir mit der German Open nicht dahinter zurück stehen. Wir müssen also mindestens fünf Millionen auf den Tisch legen, d. h., wir brauchen einen Titelsponsor, der 2 bis 2,5 Millionen bringt, der Presenting Sponsor dann gegebenenfalls noch 1 bis 1,5 Millionen, und noch zwei weitere Hauptsponsoren.

Wer könnte das Volumen in der heutigen Zeit stemmen?
Dr. Scheuer: Das kann nur noch ein Global Player. Das müssen entweder international tätige Banken sein, Automobilunternehmen oder sonstige Unternehmen, die wegen der weltweiten Marketingwirkung solche Summen als Sponsor rechtfertigen können. Und gerade bei den Automobilunternehmen kennt man die momentane wirtschaftlich schwierige Situation. Wir sind aber hoffnungsvoll, dass eine German Open irgendwann einmal wiederkommt – aber in der Ferne.
Deutscher Leistungsstand
Kaymer, Siem und Gross – ist das nicht ein wenig dünn?
Nothelfer: Ich gebe Ihnen nur vordergründig Recht; wenn man sich lediglich die European Tour anschaut. Vor drei Jahren haben wir uns aber noch über eine ganz andere Situation unterhalten. Damals ist aus dem Bereich Leistungssport-Strukturkommision der 90er-Jahre noch wenig hochgewachsen. Und heute unterhalten wir uns über Namen wie Kaymer und Gross, die kommen eben aus dieser Altersgruppe. Und ich mache einen Schwenk zu den Damen. Gal, Monke, Eberl, Hauert, Becker – die Liste kann man so weiterführen. Da wird doch deutlich, dass in diesem Bereich unglaublich viel passiert ist in den letzten zehn Jahren. Im Amateurbereich gab es Riesenerfolge, wenn auch vielleicht immer noch zu wenig.
Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um den Golfnachwuchs zu stärken?
Nothelfer: Wir haben mit dem Programm„Förderung der Young Professionals“ jetzt etwas ins Leben gerufen, was letztendlich auf der Leistungssport-Strukturkommision aufbaut. Also auf der Heranführung von der Breite, von den Kids, in eine nationale Amateurspitze und den Übergang ins Profilager. Und die Beträge sind hoch, die der Verbandstag kurzfristig hierfür freigegeben hat. Davon versprechen wir uns natürlich den nächsten Kick.
Warum haben die Schweden im Gegensatz zu uns so viele Topspieler?
Dr. Scheuer: Die Schweden haben eine andere Beziehung zum Sport. Dort gibt es in fast jedem Ort zumindest eine Driving Range. Bei uns wird das trotz aller Maßnahmen noch eine gewisse Zeit brauchen, bis wir dahin kommen, wo die Schweden heute sind. Nothelfer: Wir können mit den Schweden derzeit nicht mithalten, müssen und wollen aber hinterher. Ich glaube, wir haben durchaus passable Ansätze. Wohl wissend: Besser kann und muss es immer werden!
Golf & Olympia
Kann Golf bei Olympia ab 2016 dazu beitragen, dass sich nicht nur mehr Jugendliche für den Golfsport interessieren, sondern dass auch mehr in der Tagespresse publiziert wird?
Dr. Scheuer: Golf wurde doch leider Jahrzehnte lang in der Öffentlichkeit gar nicht als Sport wahrgenommen. Die Tatsache, dass es jetzt sogar olympischer Sport geworden ist, bringt sehr viel für das Ansehen nach außen. Golf wird dadurch als Sport wahrgenommen, und das haben wir seit Jahrzehnten versucht, darzustellen: Golf ist Sport. Und nicht etwa eine Beschäftigung für alte Leute in karierten Hosen, die auf gepflegtem Rasen spazieren gehen.
Wäre Wittelsbach die erste Adresse als nationaler Olympiastützpunkt, wenn Deutschland den Ryder Cup-Zuschlag für 2018 erhält?
Dr. Scheuer: Das können wir nicht entscheiden – das macht der Deutsche Olympische Sportbund, der DOSB. Wir können vielleicht Wünsche äußern.
Wäre St. Leon-Rot auch eine Alternative?
Dr. Scheuer: Ja, natürlich. Das ist gar keine Frage.
Gibt es nur einen oder bundesweit mehrere Stützpunkte?
Dr. Scheuer: Es gibt 20 Olympiastützpunkte, die alle für verschiedene Sportarten zuständig sind. Und in drei soll dann Golf integriert werden.
Rückblick & Ausblick
Welche größeren Aktionen plant der Verband in 2010?
Nothelfer: Zunächst einmal werden die bundesweiten Aktionen weiter laufen. So etwa der Golferlebnistag. Dieser hat im vergangenen Jahr über 43.000 Besucher gebracht. 370Anlagen nahmen teil, das ist ein Riesenerfolg. In diesem Jahr wird er am 16. Mai stattfinden. 2010 werden wir zwei neue bundesweite Aktionen starten: Das eine ist „Faszination Golf“, eine Präsentation des Golfsports in großen Einkaufszentren. Eine neue Einsteigerinitiative ist auch „Play Golf have Fun“.
Waren Sie überrascht, dass das so glatt durchgegangen ist, denn es war ja schon ein ziemlich hoher Betrag, der da aufgerufen wurde?
Nothelfer: Überrascht war ich nicht, obwohl 2,5 Millionen Euro ein sehr großer Betrag ist. Aber je übergreifender Maßnahmen sind, um so größer ist auch die Akzeptanz bei den DGV-Mitgliedern. Und: Mit Einzelmaßnahmen gewinnen wir nichts.
Wie beurteilen Sie die stagnierende Golfplatzentwicklung in den vergangenen Jahren?
Dr. Scheuer: Da ist leider nicht mehr viel dazugekommen – das ist richtig. Doch das ist eine natürliche Entwicklung. Und wir sind froh, dass wenigstens die bestehenden Golfplätze besser ausgelastet waren. Der Mitgliederzuwachs hat sich auf die bestehenden Anlagen verteilt und dazu geführt, dass die Clubs eine bessere Auslastung und damit eine bessere wirtschaftliche Grundlage erhalten haben.
Sind 6-Löcher-Plätze in Zukunft eine Alternative?
Dr. Scheuer: Wir haben in Deutschland etwa 300 Kurzplätze, die keine 18, aber mindestens 6 Löcher haben. Davon sind 250 den Clubs angeschlossen. Das ist auch gut so. Ein noch größerer Vorteil wäre es, wenn es sich um öffentliche Plätze handeln würde. Das wäre ein besonders geeignetes Mittel, um noch mehr Menschen an den Sport heranführen.
Herr Nothelfer, Sie haben sich mit „Jugend trainiert für Olympia“ und „Abschlag Schule“ sehr für die Nachwuchsarbeit eingesetzt. Wie sieht Ihre Bilanz aus?
Nothelfer: 2005 haben wir mit einem Demonstrationswettbewerb für „Jugend trainiert für Olympia“ begonnen. 2006 gab es dann eine einheitliche Ausschreibung. Golf war die einzige Sportart bei der Aufnahme in den Kreis dieser Sportarten, die nicht olympisch war. Das hat im Bewusstsein der Lehrer, der Direktoren, der Elternvertretung zu einem anderen Stellenwert geführt. Es wird jedes Jahr etwa eine Million Euro investiert. Dieses DGV-Projekt wird durch die Vereinigung clubfreier Golfspieler, die VcG, voll finanziert. Wenn wir uns die Zahlen seit dem offiziellen Start 1999 anschauen, haben wir insgesamt 66.000 Schüler gehabt in insgesamt 4.000 Schulprojekten. Zehn Prozent dieser Schüler sind Mitglied in einem Club geworden. 25 Prozent wäre eine Idealvorstellung. Aber: 30 Prozent der Jugendlichen in den Clubs kommen heute aus Abschlag Schule – das ist doch ein Erfolg!
Durch die VcG kommt viel Geld zusammen. Ist an eine prozentuale Rückführung an die Clubs gedacht worden, die extrem viele VcG-Spieler haben?
Dr. Scheuer: Das ist eingehend diskutiert worden. Dagegen spricht der damit verbundene große Verwaltungsaufwand. Auf der anderen Seite müsste auch die Basis der Verteilung festgelegt werden. Das ist ein sehr komplexes Thema und außerordentlich schwierig. Daher haben wir dem Verbandstag vorgeschlagen, und der Verbandstag hat 2007 beschlossen, dass die VcG das Geld dem DGV für die Förderung des Golfsports zur Verfügung stellen soll. Und so kommt es auch den Clubs, wenn auch mittelbar, zugute.
Golf und Natur – ist das Ihr Projekt, Herr Dr. Scheuer? Erkennen Sie einen positiven Trend?
Dr. Scheuer: Ja, das war für mich eines der ganz wesentlichen Themen. Verbesserung der Spielbedingungen unter Berücksichtigung des Umweltschutzes, d. h. also die Umweltbedingungen sollen eingehalten werden und gleichzeitig die Spielbedingungen verbessert werden. Es geht um die Nachhaltigkeit des Golfspielens. Auf Dauer wird man gesellschaftspolitisch an dieser Frage des Umweltschutzes nicht vorbeikommen.
Wenn ich noch daran denke, wie das Thema Golf & Umweltschutz vor 20 Jahren betrachtet wurde. Da wurden wir Golfspieler als Umweltsünder bezeichnet. Heute kommen schon Leute vom „BUND“ und führen andere über den Platz und zeigen, dass auf dem Golfplatz auch Gelbbauchunken leben können.
eine ganz persönliche Bilanz
Dr. Scheuer, wie lange waren Sie im Amt?
Dr. Scheuer: 16 Jahre. Ich weiß nicht, ob vor mir so lange schon einmal jemand Präsident des Deutschen Golf Verbands gewesen ist. Mein Vorgänger Jan Brügelmann war zwölf Jahre im Amt. Und das waren auch früher andere Zeiten. .
Welchen Führungsstil haben Sie im DGV vertreten?
Dr. Scheuer: Ich habe die Führung des Verbandes darin gesehen, Vorgaben zu machen. Und ich habe es der Mannschaft überlassen, diese auszufüllen und umzusetzen. Mein Ziel war es, aus dem DGV einen modernen Sportverband zu machen, der den Spitzensport weiter fördert und seinen Mitgliedern benötigte Dienstleistungen erbringt.
Ich meine, das ist uns, dem Präsidium, und der ganzen Mannschaft hervorragend gelungen. Wir haben früher immer wieder vom DSB und jetzt vom DOSB gehört, dass es kaum einen anderen Verband gibt, der so gut organisiert ist wie der DGV. So dass ich meine, dass wir das oben genannte Ziel erreicht haben.
Wie sieht Ihre Bilanz der 16 Jahre aus?
Dr. Scheuer: Als Top sehe ich die allgemeine Entwicklung, wo der Verband heute nach diesen 16 Jahren steht. Bei aller Bescheidenheit war ich zum Beispiel der erste, der den Profisport innerhalb des DGV hoffähig gemacht hat. Bis dahin durften sie nicht einmal daran denken, dass die Amateure des DGV einmal Profisportler werden würden. Was mich am meisten gefreut hat, war die Amateur-Weltmeisterschaft 2000 in Berlin Bad Saarow.
In Ihre Amtszeit fielen u. a. Olympia, Ryder Cup und Jugend trainiert für Olympia. Gibt es dennoch Dinge, von denen Sie sagen, das hätte ich mir besser gewünscht?
Dr. Scheuer: Wenn ich daran denke, welchen Stellenwert der „Spirit of the Game“ jedenfalls in meiner Vorstellung hatte, als ich vor 16 Jahren angetreten bin, und welchen er heute hat. Das ist etwas, was mich wirklich bedrückt. Es ist mir und uns nicht gelungen, diesen alten „Spirit of the Game“ in die neue Zeit mit der großen Anzahl von Golfspielern unverändert zu übertragen.
Sie sind ja der einzige und erste, der diesen Satz formuliert hat. Sie haben häufiger darauf hingewiesen…
Dr. Scheuer: Das ist immer mein Ziel gewesen. Ich habe Golf immer so betrachtet, dass es mehr ist als eine bloße körperliche Betätigung oder ein Spaßfaktor. Golf ist für mich immer der Ausdruck oder Maßstab für die jeweilige physische und psychische Verfassung gewesen, in der man sich gerade befindet. Werte stecken dahinter.
Ich war vier Jahre lang, von 2004 bis 2008,Mitglied im Amateurstatus-Committee in St. Andrews. Da habe ich auch den Ausdruck „The Integrity of the Game“ noch besser kennen gelernt, von dem der „Spirit of the Game“ ein Teil ist, und der in der Vorstellung des R&A noch immer eine große Rolle spielt.
Ich bedaure, dass man das nicht so gut in unsere Zeit hat hinüberretten können. Aber es ist nicht verlorengegangen. Mein Wunsch an meinen Nachfolger wäre natürlich, dass das DGV-Präsidium diesen Ideen „Integrity of the Game“ und „Spirit of the Game“ in der Arbeit nach außen eine ganz besondere Bedeutung zukommen lässt.
Präsidentenwechsel
Herr Nothelfer, warum sollte man Sie im April wählen?
Nothelfer: Ich werde den Verbandstag bitten, mir das Vertrauen zu schenken. Dabei hoffe ich, dass das, was ich an Projekten unter der Präsidentschaft von Dr. Scheuer mitgestalten durfte, positive Auswirkungen auf das Golfgeschehen hatte und dass es den DGV-Mitgliedern sehr viel Positives gebracht hat, soweit wir als nationaler Verband überhaupt Einfluss darauf haben.

Welche Ziele werden Sie verfolgen, sofern Sie ins Amt gewählt werden?
Nothelfer: Zunächst wird das Strategiepapier des Präsidiums konsequent weiter abgearbeitet, das ist ein fließender Prozess. Wir sind uns alle einig, dass wir insbesondere die Kommunikation zu und vor allem mit den DGV-Mitgliedern noch mehr verstärken müssen. Die traditionellen Werte liegen mir genauso am Herzen. Ich glaube auch nicht, dass sie völlig untergegangen sind. Aber wir müssen schon höllisch aufpassen, sie nicht zu verlieren. Außerdem müssen wir Golf in die Städte, also zu den potenziellen künftigen Golfern bringen, um ihnen die Faszination unseres Sports zu vermitteln. Dann die Weiterentwicklung von Abschlag Schule, DGV-Jugendförderung, die Förderung der Jungprofis. Im vergangenen Jahr haben wir mit der Umsetzung der Antidopingbestimmungen bei den Deutschen Meisterschaften begonnen. Dies muss konsequent fortgeführt und ausgebaut werden.
Bei der DGV-Ausweiskennzeichnung gibt es kontroverse Meinungen. Das wird doch sicherlich noch mal ein großes Thema sein auf dem Verbandstag.
Nothelfer: Ich höre mir genau an, was dazu diskutiert wird; obwohl wir ja zwei Beschlüsse haben – von zwei aufeinanderfolgenden Verbandstagen – mit jeweils über zweidrittel Mehrheit und inzwischen nehmen 80 Prozent der DGV-Mitglieder an der Ausweiskennzeichnung teil. Wenn aber die entsprechende Argumentation auf den Tisch kommt, bin ich bestimmt auch derjenige, der die Diskussion selbst wieder aufnehmen würde.
Herr Dr. Scheuer, Herr Nothelfer, wir bedanken uns für das Gespräch.
Die Fragen stellten Dagmar Kaske und Dieter Genske
Fotos: Stefan von Stengel
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