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Der bayerische McIlroy
Wen haben wir denn da? Und was hat er denn da auf dem Kopf? Sieht ganz schön bajuwarisch aus, der McIlroy. Der Schnappschuss des irischen Superstars entstand beim BMW Masters in Shanghai. Hintergrund für die Verkleidung? Ungewiss. Wir können also nur spekulieren. Hat er womöglich eine Wette gegen Martin Kaymer verloren und musste zur Strafe einen auf deutsch machen? Was hätte Kumpel Kaymer zum Auslösen der Wettschuld machen müssen? Vielleicht einen Kilt tragen? Ach nein, das sind ja die Schotten...
Oder möchte uns der 23-jährige McIlroy mit der ungewöhnlichen Kopfbedeckung einen Hinweis auf etwas geben? Können die deutschen Golffans gar darauf hoffen, den Weltranglistenersten im kommenden Jahr beim 25-jährigen Jubiläum der BMW International Open zu sehen?
Ein Knaller wäre es allemal, wenn sich der Branchenprimus beim einzigen European-Tour-Turnier in Deutschland blicken lassen würde. Aber wie schon erwähnt, wir wissen es nicht. BMW wollte eine Verpflichtung McIlroys nicht bestätigen. Bleibt allein die Hoffnung. Spätestens im Juni werden wir es wissen. Dann wieder in Eichenried bei München. Bis dahin, servus aus Shanghai.
sta
Schlagwörter: Rory McIlroy • BMW -
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Groß, laut, etwas seicht - aber respektvoll
Jedem war bewusst, dass es beim 39. Ryder Cup in Chicago laut hergehen würde. Aber würden die zigtausend Fans im "Madhouse Medinah" auch fair mit den Spielern und Zuschauern aus Europa umgehen?
Erinnern Sie sich noch an den letzten Ryder Cup vor zwei Jahren in Wales? Die Stimmung in Celtic Manor war gigantisch, obwohl es eigentlich ständig regnete und das Spektakel so ziemlich aus dem Niemandsland in über 400 Millionen Haushalte übertragen wurde. Kälte, Nebel, Matsch - und die europäischen Fans sangen alle paar Meter gerade aus der Situation heraus erfundene Hymnen auf die Spieler. "Es gibt nur zwei Molinaris…" oder kreative Witze über Rory McIlroys Lockenpracht sowie bunte Geschichten über Paradiesvogel Poulter und seine Kollegen sorgten für viel Gelächter und Abwechslung. Erinnern Sie sich an die Nebel-Situation am ersten Abschlag, als die Drives der Spieler von der Tribüne ins Nichts begleitet wurden und jeder Probeschwung kommentiert wurde, so dass sogar ein sonst so verhaltener Jim Furyk auf die Späße ansprang?Wie ist das denn in der ultimativen Sportstadt Chicago, im so überdimensionalen Medinah Country Club, dessen Clubhaus an einen Palast aus Tausendundeinenacht in ziegelrot erinnert? Die Antwort drängt sich auf. Es ist laut, laut und laut. "U-S-A"-Rufe und "Y-e-a-h"-Schreie vermengt mit heiser gegrölten Schlachtrufen, auf die dann Tausende mit weiteren "Yeeaaah"-Lauten einstimmen. Laut, aber auch etwas seicht. Es gibt wenig Alkohol auf der Anlage, Zigaretten scheinen völlig verbannt, dafür werden Millionen Hot-Dogs gebraten und Gallonen an Zuckerwasser vertilgt. Alle sind freundlich, jeder fragt: "How are you?" Antwort nicht nötig. Aber antworten Sie, so bekommen Sie bereitwillig viele Informationen über das Wetter und nette Allerweltsgeschichten. Unwichtig dabei, dass ein großer Teil der Jubelnden nicht weiß, in welchem Format gerade gespielt wird. "Kannst du mir sagen, wie viele Matches heute Nachmittag gespielt werden?" Klar, traditionell sieben und im letzten Justin Timberlake gegen Michael Jordan. "Awesome."Eindrucksvoll und sicherlich unvergessen war das Spektakel, als der Sprecher an Tee eins für Bubba Watsons Konzentrationsphase vor dem Abschlag um Ruhe bat, der Masters-Champion sich aber zur Menge umdrehte und sie erst recht auf ein noch nie zuvor dagewesenes Niveau einheizte. Im Moment des höchsten Lärmpegels donnerte er seinen Drive mit voller Wucht das Fairway hinunter. Das mochte die Meute - und gab sogleich auch gerne dem Briten Ian Poulter Lärm. Es wird gegrölt, für jeden. Das ist fair.Kurz zuvor hatte der Sprecher übrigens daran erinnert, dass Telefone nur lautlos sein sollten, das Fotografieren aber erwünscht sei. Auch eine Neuerung, mit der die Europäer aber durchaus klarzukommen schienen.
"Ja", beantwortete Martin Kaymer die Eingangsfrage ob der Fairness auf der Anlage. Und auf die Frage, wie die Zuschauer ihn auf der Runde behandelten und zu dem ordentlichen Applaus, den er am ersten Abschlag erhalten hatte: "Ich glaube ganz gut. Es hat Spaß gemacht, vor dem Publikum zu spielen. Wir konnten uns gut auf unsere Schwünge konzentrieren, die Fans haben sich absolut fair verhalten."
Ein Gang über die Anlage verdeutlichte, dass Amerika eben wirklich groß ist, gerade bei Sportveranstaltungen. Europa muss sich eingestehen, dass es so etwas nicht in diesem Ausmaß auf die Beine stellen kann. Politik und Volk - da müssen alle dahinter stehen und es wollen. Oder sind wir einfach anders? Die British Open und die vergangenen Ryder Cups sowie der nächste in Gleneagles werden auf rauen Links-Plätzen ausgetragen. Unsere Austragungsorte haben nicht diese übergroßen Ausmaße. Mal sehen, wie das beim Kontinentalvergleich 2018 vor den Toren von Paris werden wird. Es wird sicher europäisch werden, französisch, schön.Jedenfalls scheint die Größe und Lautstärke im "Madhouse Medinah" durchaus beeindruckend auf die europäischen Spieler zu wirken. Es scheint zeitweise, dass ein von einem Geschwader Düsenjäger an den Himmel gezeichnetes "Do it for Seve" oder "Seve # Go Europe" von den US-Boys schier weggeblasen würde. Wir müssen stark charismatisch bleiben, den Spirit von Severiano Ballesteros in uns tragen und den seichten Lärm davon abprallen lassen - oder besser nutzen. Wie ein Poulter. Es wird nicht leicht, gegen die aufgepumpten Bubbas, Keegans und Phils zu bestehen. Wir brauchen das Feuer von Ballesteros. Spring über auf Poults, Rors, G-Mac, Coelsss und alle in Ollies Team. Go Europe. Für Seve.
sbw
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Im Golf-Niemandsland
Als Anfang August bei uns in der Redaktion die Einladung zur Pon Senior Open herein schneite, mussten wir uns zugegeben auch erst einmal schlau machen, wie wir denn am besten zur Anlage von Winston Golf kommen. Denn der Platz liegt quasi im Niemandsland. Östlich von Schwerin stießen wir dann aber nicht nur auf ein Kleinod, das nicht für Durchlaufkundschaft konzipiert wurde - hierher verläuft man sich nicht eben Mal -, sondern das dafür gebaut wurde, nationale und internationale Turniere auszutragen.
Während der Turniertage wurde uns dann aber einmal mehr vor Augen geführt: Golf in Deutschland ist und bleibt eine Randsportart, bei der sich dem grünen Sport unkundige Medien schnell unbeliebt machen können.
Beim Betreten des Presseraums von Winston Golf, einem Konferenzraum im oberen Stockwerk des Clubhauses, kam leichte Verwirrung auf. Es war niemand da außer den üblichen, von der Turnierorganisation angestellten Fotografen, dem Bilderguru von Getty Images und dem Beauftragten der European Senior Tour - in Summe fünf Personen. Es war ein trauriges Bild. Vor allem, da auf dem Tisch des Pressesprechers zahlreiche Presseakkreditierungen lagen, die aber die gesamte Woche über unbenutzt blieben. Dabei bot die Pon Senior Open neben einem attraktiven Starterfeld mit zahlreichen ehemaligen Siegern mit Winston Open noch dazu einen hervorragenden Meisterschaftsplatz.
Dann kamen sie doch noch, die Medienvertreter: Örtliche, norddeutsche Radio- und Rundfunkanstalten. Teams von drei Personen und mehr, bewaffnet mit Hightech-Kameras und Mikrofonen, strömten auf den Platz. Leider häufig ohne Kenntnis über die Etikette auf einem Golfplatz und den Sport selbst.
Die Leidtragenden waren die Spieler
Am Sonntag ging es sogar soweit, dass Bernhard Langer bereits auf dem dritten Tee zum Moralapostel mutierte und die Fernsehteams zurecht wies. Was aber veranlasste Langer, der in seinem Leben wohl schon so einiges erlebt hatte, dazu, den Oberlehrer zu mimen?
Auf dem ersten und zweiten Abschlag musste jeder in Langers Flight absetzen und sich neu konzentrieren, da ein Vierer-Team im übergroßen Elektor-Wagen über die Kieswege jagte und reichlich Lärm verursachte. Auf dem zweiten Fairway baute sich die selbe Gruppierung dann seitlich von Langer auf, um eine möglichst gute Aufnahme des deutschen Ausnahmegolfers zu erhaschen. Leider achteten sie nicht auf dessen Flight-Partner - John Harrison und Stephen McAllister - und standen in direkter Linie ihrer zweiten Schläge. Erst bei der dritten Aufforderung verstand das Kamera-Team die Bitte und zog leicht geknickt von dannen.
Am dritten Tee stand Langer mit der Ehre am Abschlag und musste erneut einen Kameramann auffordern, sich doch bitte aus seiner Spiellinie zu bewegen. Als dann erneut das Stretch-Cart den Weg hochdonnerte, war es auch für den erfahrenen und mehrfach dekorierten Langer zu viel: "Könnten Sie bitte endlich aufhören, während unserer Schwünge zu fahren? Das ist jetzt schon das dritte Mal. So kommen wir einfach in keinen Flow." Die Standpauke zeigte ihre Wirkung. Die Teams hielten sich ab diesem Zeitpunkt nur noch im Hintergrund auf und verzichteten dann doch lieber auf die "Jahrhundert-Shots", um die Spieler ja nicht zu stören.
Abschließend dürfen wir sagen, dass es ein gelungenes Auftakt-Event war und ein weiterer Schritt hin zum Fernziel, Golf in Deutschland populärer zu machen. Zusammen mit der Pon Senior Open haben wir nun mit dem Berenberg Bank Masters, der Ladies German Open und der BMW International Open immerhin vier Events internationaler Güte im eigenen Land. Hinzu kommen die Schüco Open, die zwar - noch - zu keinem Kalender einer großen Tour zählt, aber jedes Jahr Top-Spieler anlockt, sowie ein neues Challenge-Tour-Event, das für 2013 in Bad Griesbach geplant ist.
Also, liebe golf-fernen Medien: Wir hoffen in Zukunft auf ein bisschen mehr Zurückhaltung und Feingefühl in Bezug auf unseren schönen Sport. Und wenn es nur den Sportlern zuliebe ist.
Danke.
Schlagwörter: Bernhard Langer • Medieninteresse • European Senior Tour • Senioren
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Über das (B)Logbuch
Turniere, Platztests, Pressekonferenzen, Produktvorstellungen: In den besten Momenten seines Jobs verlässt der Golf.de-Redakteur das Büro und bereist die Golf-Welt. Und weil es abseits von Ergebnissen, Zitaten und objektiven Bewertungen von unterwegs noch viel mehr zu erzählen gibt, nehmen wir Sie ein stückweit mit und berichten in diesem Blog von versteckten Major-Momenten, Organisationschaos, peinlichen Fauxpas und überraschenden Begegnungen.
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